Vom Modelscouting zum Modelshooting
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- Kategorie: Fotografen
- Veröffentlicht am Sonntag, 04. September 2011 16:45
- Geschrieben von Manfred Czichon
- Zugriffe: 1094
Vom Modelscouting zum Modelshooting
Liebe Fotografinnen, liebe Fotografen,
ungefähr 3 Dinge gehören zur Fotografie:
- Der Fotograf. OK, Cogito ergo sum.
- Die Kamera. Vorhanden.
- Das Motiv. Ja nun..... Was (wen) nehmen, woher nehmen???
Ich bewege mich ja seit einiger Zeit im Bereich der "Humanmotivfraktion", hier einige Tipps:
Modelsuche
A. Verwandte / Bekannte
Sicherlich für den Anfang die einfachste Möglichkeit. Aber es gilt auch und gerade dieser Zielgruppe die oft vorhandene Scheu vor der Kamera zu nehmen. Mehr hierzu weiter unten in diesem Beitrag.
B. Ansprache "auf der Straße"
Keine Angst, die Mädels beissen nicht. Schlimmer als "NEIN" kann es nicht kommen.
Equipment / Hilfsmittel:
- die Cam (bitte nicht die aussem Aldi) leger über der Schulter
- Visitenkarte
- vielleicht ein kleiner Info-Flyer (mein erster war A6 beidseitig bedruckt auf A7 gefalzt):
Ich war eigentlich stolz auf meinen oben verlinkten Eigenentwurf. Bis ....Ja: Bis eines Nachts die Briefkastenklappe meiner Mailbox klapperte und mich vorwarnungslos ein völlig anders designter Entwurf eines Mitglieds aus dem Sonyuserforum (ganz herzlichen Dank an Christophe / jameek) einschliesslich Nutzungserlaubnis erreichte. Nach kleineren abgestimmten Änderungen stand für mich außer Frage, die alte Version zu intonnieren und die "neue" zu verwenden, gleich etwas voluminöser als Klappblatt A5:
Ist schon was tolles wenn in diesem Bereich ein Profi sein Können zeigt - das bisherige Feedback bestätigt mich. Wo ich grad dabei war gleich Visitenkarte, Namensschild in neuem Design, Websiteüberarbeitung in progress....
- Mustermappe, ich verwende ein A5-Ringbuch mit einigen Arbeiten in Klarsichthüllen
- Mögliche Einwände: "Ich bin nicht fotogen" - "Ich kann das nicht" - "Ich hab das noch nie gemacht" .....
C. Model- / Fotografenportale im Web
z.B. Modelchance, 14model ...... Ich beziehe mich im Folgenden exemplarisch auf meinen Favoriten, die Model-Kartei mit jeweils über 7.000 registrierten Models und Fotografen:
Zitat:
Model Kartei ist eines der größten Portale für Modelle und Fotografen. Hier kannst du deine Sedcard online anlegen und pflegen, neue Kontakte zu Modellen und Fotografen herstellen und im Forum Aufträge und Angebote finden oder selbst erstellen.
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Das Portal ist in den Basisfunktionen kostenlos für Fotografen & Models, nach der Registrierung kann eine Sedcard angelegt werden, die nach Überprüfung durch das Team auf Konformität mit den Sedcardregelnfreigeschaltet wird.
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Und nun kann's losgehen mit Suchen & Kontakten, das Portal verfügt über eine PN-Funktion.
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Analog zu den Fotografensedcards gibt's Modelsedcards (Bei Neuanmeldungen mit manchmal grausamgrottigen Fotos, aber DAS soll sich ja ändern) |
| Hier interessant die vom Model angegebenen Aufnahmebereiche mit Erfahrung nach Selbsteinschätzung:grün=ja gelb=vielleicht pink=nein |
Die Suchfunktion lässt eine Anfrage nach vielfältigen Kriterien zu
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Ich beschränke mich seit einiger Zeit auf die Auswertung der Neuzugänge:
rot=Model weiblich
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(Screenshots mit freundlicher Genehmigung des SiteAdmins, Hendrik Siemens)
Wenn's passt, starte ich eine Anfrage per PN mit kurzer Selbstdarstellung, Skizzierung des Vorhabens und Referenzen sowie Downloadlink zum Modelrelease....und dann heisst es warten auf eine Antwort. Sie kann flott kommen, es kann länger dauern oder es passiert nix. Sie kann nett sein, sie kann blöd sein, sie kann eine Absage oder gar eine Honorarforderung (NIX, Manni -> ausschliesslich TfP) beinhalten - oder aber Interesse signalisieren.
D. Weitere "Werbung"
Ergänzend zu den o.a. Möglichkeiten habe ich inzwischen einige TfP-Anzeigen beim kostenlosen Anzeigenportal www.kijiji.de regional in den Rubriken Fotomodelle und Dienstleistungen Foto/Video geschaltet.
Die Intention war, Anfragen mit dem Eyecatcher TfP zu generieren und bei Eignung auch die kostenlosen Shootings durchzuführen. Bei Nichteignung für TfP (Keine Veröffentlichung gewünscht, Interessenten im Quasimodo-Image.....) erfolgt halt Switch zu Honorarshootings.Ergebnis: Im Schnitt eine Anfrage alle 2 Tage. Einige verlaufen im Sande, einige Honorarshootings durchgeführt / angeboten, und auch einige "Sahnestückchen" wie Lena oder Sandra. Fazit für mich: Dieses Feuer halte ich weiter am Kochen.
Der Kontakt ist da, wie geht es weiter ?
Egal ob der Kontakt nach oben geschilderter Methode Ah, Beh oder Ceh ;) zustande kommt: Ein Shooting beginnt für mich mit einem Vorgespräch beim Kaffee. Zum Kennenlernen, zum Check des "Nasenfaktors", zur Abstimmung der beiderseitigen Vorstellungen, zur Festlegung der Aufnahmebereiche, Garderobe, Bildideen, Location, Honorar (nochmal geschrieben: bei mir NIX, Manni -> ausschliesslich TfP) ..... Weiterer Hauptpunkt: Besprechung / Erläuterung des Vertrags. Erst wenn alles stimmt wird der Shootingtermin vereinbart - für mich grundsätzlich Open End: solange Lust, Laune & Kondition reichen.
Model-Zuverlässigkeit
Genau wie es vorkommt, sich bei der persönlichen Ansprache einen Korb einzufangen muss man damit rechnen, dass "Models" aus der Model-Kartei auf Anfragen per PN/Mail spät oder gar nicht reagieren - forget it. Dann gibt es noch die Zeitgenossinnen, die einfach zum terminierten Vorgespräch nicht erscheinen *grmpf* und anschliessend nicht mehr erreichbar sind. Passiert selten, aber passiert. Mir bisher 2 mal. Forget it.Was mir noch nicht passiert ist, dass ich zum Shooting versetzt wurde - aber auch das passiert, wie aus der Model-Kartei zu hören / zu lesen ist. Vielleicht eine Auswirkung der Intensität, Ernsthaftigkeit des Vorgesprächs, der Terminvereinbarung und des Kontakts zwischen Terminvereinbarung & Shootingtermin.Ich hänge mir die Kontakte grundsätzlich in ICQ / MSN-Messenger / Skype.
Das Shooting, jetzt geht's los !
Pünktlich, möglichst ausgeruht, insbesondere bei Newcomermodels mit keiner / kaum Kameraerfahrung beginnend mit einer lockeren Warmup-Phase. Sofern vorhanden muss eine evtl. Scheu vor der Kamera, Lampenfieber ... schnellstmöglich eliminiert werden.
Equipment & Requisiten
Ich bin nach wie vor grundsätzlich mit schmalem Equipment (Cam, 1 Blitz, Diffusor) unterwegs. Zusätzlich empfiehlt es sich, einige Requisiten in der Cam-Tasche parat zu halten.Bei mir sind das inzwischen
- Transparentpuder zum Nachpudern von Glanzstellen (ich habe tatsächlich aus dem Aldi "Lacura Magic of Beauty" zu 1,99 an Bord)
- Wäscheklammern / Bindedraht / Gaffatape zum fixieren von Sträuchern.... outdoor, Kleidungsteilen......
- ein bis zwei Rettungsdecken als Reflektoren, Hintergründe.....
- Blumensprüher mit Wasser-/Glyceringemisch für Tropfeneffekte auf der Haut
- ....
Wichtige Punkte
Wichtig (1):
Der Fotograf muss sich im Schlaf mit seinem Equipment auskennen. Mir wurden Fälle berichtet, in denen das erforderliche Formatieren der Speicherkarte incl. Handbuchstudium zu einer längeren Shootingpause führte.
Wichtig (2):
Das Model muss sich wohlfühlen - alles andere ist später auf den Bildern zu sehen. Nicht unbedingt gleich in unbequeme Posen oder sogar in gefährliche Positionen dirigieren. Lieber zwei Shootingpausen mehr als eine zuwenig. Einer meiner Lieblingssätze ist "Mach mal und tu so als wenn ich gar nicht da wäre" -- und dann wenn überhaupt nur ganz dezent eingreifen.
Wichtig (3):
Feedback - LOB (und auch Kritik) - für das Model aus der Sicht des Fotografen ganz spontan und offen - mehrfach ein Ergebnis gleich auf dem Cam-Display zeigen. Beispiele aus meinem Textrepertoire: "BOAHHH, Megaklasse!" - aber auch "Mach die Dackelfalten vonne Stirn" .....
Wichtig (4): Never Touch A Model
Dieser Grundsatz kann nicht oft genug erwähnt werden und gilt. Im Prinzip ja, aber.....Ausnahme: Nach Ansage & Abstimmung ("Darf ich ?") geht das in Ordnung. Für kleinere Korrekturen von Kleidung, Haaren, Pose, herausschauenden Etiketten.... insbesondere an für das Model schwer erreichbaren Stellen. Halt eine Sache der Abstimmung und des Vertrauensverhältnisses zwischen Fotograf & Model.
Nach dem Shooting.....
Je nach Zeitfortschritt kurze / längere Nachbesprechung, evtl. ergänzt mit einem Schnelldurchlauf der Bilder auf dem Notebook, gemeinsame Auswahl von TOPS und verwerfen von FLOPS. Ich lade dann die TOPS innerhalb von ein, zwei, drei Tagen in einen geschützten, für das Model zugänglichen Bereich meiner Website zur gemeinsamen Endabstimmung per ICQ / Skype / Telefon und dann geht's ab auf den Sender - schlussendlich gibt's dann eine DVD mit den Bildern in Web- und Originalauflösung für das Model.
Credits
- Dieser Artikel wurde erstmals am 07.08.2007 vom Autor im Sonyuserforum veröffentlicht und am 22.11.2007 überarbeitet. Diskussionsthread im Sonyuserforum
- Danke an Hendrik Siemens, Admin der Modelkartei für die Genehmigung zum Bereitstellen der Screenshots
- Danke an Christophe für das Layout von Flyern und Logo
- Danke an meine Models für die tolle Zusammenarbeit




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